Einsamkeit und Suizid im Alter

Von FLEXXI CEO Dr. Rudolf C. King

Wenn wir an Selbstmord denken, denken wir meistens an junge Männer und Frauen, die von einer Brücke springen.

Nichts könnte falscher sein als diese Vorstellung. Die Wahrscheinlichkeit für Selbstmord steigt mit zunehmendem Alter fast linear an.
Ferner ist das Bild von der Selbstmörderin statistisch selten. Für jede Frau, die sich ihr Leben nimmt, nehmen sich 4 Männer in Europa und den Vereinigten Staaten das Leben.

Statistik spielt aber keine große Rolle, wenn die Familie von dieser Tragödie erwischt wird. Wir sollten uns daher erinnern, dass es Gründe gibt, warum im Alter und bei Krankheit die Wahrscheinlichkeit für einen Suizid so enorm ansteigt.

Es sind im wesentlichen 3 Faktoren zu berücksichtigen:

1. Die zunehmende Vereinsamung suizidgefährdeter Personen, ausgelöst durch den Wegfall von Kontakten, den Tod von Freunden, aber auch bei Wegzug in Altenheime, die oftmals Kilometer entfernt sind vom früheren Lebensbereich.

2. Das Gefühl, den Menschen, die einem wichtig sind, zur Last zu liegen. Dieses früher übersehene Phänomen kann man als Pflegender erkennen, wenn Menschen sagen, “ich möchte dir wirklich nicht so viel Ärger machen”.

3. Das Gefühl der Ausweglosigkeit, das Gefühl, dass nun nichts mehr, worauf man sich freuen kann zu erwarten ist, und man jeden Tag in der gleichen Routine verharrt, bis der erlösende, normale Tod eintritt.

Man kann als Familie und Freund hier gegensteuern und man sollte nicht darauf warten auf erste Sätze über den Selbstmord. Ganz häufig überrascht der Suizid vor allem die nächsten Verwandten besonders, denn ein Suizid wird im Kopf vorbereitet und dann ohne irgendwelche Verwarnungen ausgeübt, begleitet meistens nur von einem kurzen Abschiedsbrief.

Was kann man also tun?

Zunächst können sie ihren Verwandten immer sagen, wie schön es ist, was man als Kind erlebt hat. Man sollte es nicht als Gegenleistung sagen, so würde nämlich die Aufmerksamkeit auf die heutige Last gelegt.

  1. Erzählen Sie stattdessen von Erlebnissen, die sie mit dem Verwandten hatten und sie heute noch zum Lachen bringen oder erzählen sie, wie eine bestimmte Situation, bei der der Verwandte eine Rolle gespielt hat, geholfen hat, später eine schwere Situation zu bestehen, die mit dem Verwandten nichts zu tun hat.
  2. Pflegen sie Sozialkontakte. In einer Studie der Cornell university in Ithaca, NY wurde festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine älterer Mensch Suizid begeht exponentiell zurückgeht, wenn er oder sie Kontakte vor allen Dingen zu Schul-, Kindheits- und Universitätsfreunden, also aus den frühen Jahren des Lebens hat und aufrecht erhält.

Hierbei kommt es nicht auf den einen hier einmaligen Besuch an, sondern auf die immer wiederkehrende, oft und gerne auch überraschende Kommunikation.

Wir leben dazu in einer hervorragenden Zeit, denn kostenlose Mechanismen wie Skype, zoom, hangout und das normale, heute viel billigere Telefon ermöglichen eine direkte Kommunikation.

Sorgen Sie ferner dafür, dass vor allen Dingen Enkelkinder und Nichten etc. im Kontakt bleiben und wenn es nur ist, dass sie beim Besuch eines weitläufigen Verwandten kurz bei ihrem Verwandten anrufen und dann “schau mal, wer hier ist” sagen und ihn kurz reden lassen. Von diesen Erfahrungen zehren alte Menschen tagelang.

Sie können sich so auf vorstellen, dass sie ein Puffer aufbauen und er mit mit vielen Kontakten, und der Vorfreude auf Überraschungen.

Sorgen Sie dafür, dass ihre Verwandten weiterhin sozial aktiv bleiben und immer wieder neue Menschen kennen lernen.

Nehmen Sie Ihre Verwandten mit, setzen Sie sich nicht auf die Parkbank, die leer ist, sondern setzen Sie sich neben Menschen auf einer Parkbank und fangen Sie ein kurzes Gespräch an.

Zeigen Sie, dass immer noch viele Menschen, die ihre Verwandten nicht kennen, interessiert sind, sie kennen zu lernen. Gehen Sie mit ihren Verwandten in ein einfaches Restaurant und setzen Sie sich an eine Seite eines Tisches, an dem schon jemand sitzt und fangen sie zu reden an über alle möglichen Sachen des Tagesgeschehens. Vielleicht zeigen sie, dass Menschen ungefähr des gleichen Alters sozial aktiv und kommunikativ sind.

Nichts kann so positiv wirken wie ein Kennenlernen und ein kurzes Lachen mit jemanden, den man vorher nicht hat.

Ohne unsere Anwendung nun über Gebühr strapazieren zu wollen, können wir Ihnen bei FLEXXI folgendes Angebot machen:

  1. sorgen Sie dafür, dass Menschen die gerne alten Menschen helfen, zu Ihren Verwandten kommen und ihnen egal wo, beim Aufstehen, beim Spazierengehen, beim Arztbesuch etc. helfen und sich dabei unterhalten. Tragen sie etwas mehr Zeit, vielleicht 30 Minuten mehr ein, damit auch wirklich Zeit ist, wie man im bayrischen sagt zu ratschen, also lustig miteinander zu reden.
  2. Wenn Sie dies regelmäßig wiederholen, wird ihr Verwandter viele neue Leute kennenlernen, was die soziale Kommunikationsfähigkeit erhalten lässt.
  3. Wenn ihr Verwandter sagt, dass jemand ganz besonders nett war, laden sie ihn doch wieder einmal ein, 1, 2 oder 3 Stunden ihm zur Hand zu gehen.

Ich wünsche Ihnen, dass sie niemals das plötzliche, selbstbestimmte Ableben eines Verwandten erleben müssen.

Flexxi ist eine App, womit Pflegekräfte unmittelbare Auträge von Patienten erhalten und sich etwas dazu verdienen können. https://flexxi.care/

Flexxi ist eine App, womit Pflegekräfte unmittelbare Auträge von Patienten erhalten und sich etwas dazu verdienen können. https://flexxi.care/